16. Januar 2011 (NRZ) Dinslaken
Mit viel Schwung ins neue Jahr
Das 1. Akkordeon-Orchester Dinslaken 1965 e.V. unter der Leitung von Bärbel Klott begeisterte in der Katrin-Türks-Halle
Sonja Demann
Dinslaken Was wäre ein Neujahrskonzert ohne „Radetzky Marsch“ ? So ließ auch das 1. Akkordeon-Orchester Dinslaken 1965 e.V. unter der Leitung von Bärbel Klott seine musikalische Begrüßung des noch jungen Jahres mit einem solchen als Zugabe am Sonntag traditionell ausklingen. Die Zuschauer der ausverkauften Katrin-Türks-Halle klatschten beschwingt mit. Begeisterung stellte sich jedoch bereits bei den mitreissenden irischen Rhythmen des „Lord Of The Dance“ kurz vor Ende des ersten Programmteils ein. Den zahlreichenden wippenden Füßen nach zu urteilen, hätte so mancher Zuschauer am liebsten ein rasanten Stepptanz auf das Parkett zwischen den Sitzreihen gelegt. Stattdessen gab es begeisterten Applaus.
Nachdem die Weihnachtsfeiertage mit entsprechender besinnlicher Musik hinter uns liegen, stimmten sowohl schwungvolle Klassiker von Strauß als auch mitreissende Musical Evergreens auf ein neues Jahr voller Esprit ein. Nach der Ouvertüre aus der bekannten Operette „Die Fledermaus“ ließ die Mezzosopranistin Susanne Seefing imaginäre Champagnerkorken knallen und verriet mit dem Lied des Grafen Orlowsky, ebensfalls aus der „Fledermaus“. „Ich lade mir gern' Gäste ein“. Begleitet wurde sie dabei von Karsten Seefing am Flügel.
Das vom Akkordeon-Orchester gekonnt dargebotene Potpourri aus der „West Side Story“, in der Liebe und Bandenkriege im New York der 50er Jahre die zentralen Themen darstellen, lebte von düsteren Klängen genauso wie von gefühlvollen Passagen fürs Herz.
Schnee wäre geschmolzen
Die Arie „Oh mio Bambino caro“ aus Puccinis Oper „Gianni Schiccchi“ trug Susanne Seefing voller Hingabe vor. „Würde heute noch Schnee liegen, er wäre spätestens jetzt geschmolzen“, kommentierte Barbara Driesen, die unterhaltsam und informativ durch das Programm führte. Flinke Finger, die über glänzende schwarze und weiße Akkordeon-Tasten huschten, waren hingegen bei der Darbietung des „Perpetuum Mobile – Ein musikalischer Scherz“ von Johann Strauß gefragt. Mit sichtlicher Begeisterung und voller Elan ließ das Orchester die irrwitzigen Klänge ertönen.
Da ein großes Augenmerk des Orchesters auf der Förderung des Nachwuchses liegt, kamen nach der Pause auch die „Akkordeonzwerge“ zum Zuge. Konnten die teils erst sechsjährigen Musiker kaum über ihre Instrumente hinwegschauen, spielten sie den „Zillertaler Hochzeitsmarsch“ bereits wie die Großen.
Das Stück „Potzblitz“ präsentierten sie gemeinsam mit den alteingesessenen Solistinnen Jutta Driesen und Petra Brill.
Die Begleitung per Mundharmonika übernahmen die Kinder der Schulklasse 2a der Gemeinschaftsgrundschule Hünxe-Bruckhausen.
Mit ihrer starken Stimmeglänzte erneut Susanne Seefing, die zwei Klassiker aus den Musicals „Elisabeth“ und „Me and my Girl“ darbot.
Zu einem schwungvollen Exkurs nach Südamerika lud das Akkordeon-Orchester mit dem Cha Cha „Sway“, sowie dem Tango Argentino „Revirado“ ein, der trotz jazzigen Elementen von der typisch melancholischen Tango-Charakteristik erfüllt war, für die sich nichts besser eignet, als eben der Klang des Akkordeons.
Ein lautstarkes Marsch-Medley mit dem Titel „Salut to Sousa“ rundete das abwechslungsreiche Konzertprogramm ab.
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