19. September 2010 (NRZ) Dinslaken
Die Sorgen des Alltags vergessen
(NRZ) Akkordeon-Orchester spielte in St. Vincentius
Von: ASTRID GLEUSSNER
DINSLAKEN. Am Sonntagabend gab das 1. Akkordeon-Orchester Dinslaken 1965 ein Konzert in der Pfarrkirche St. Vincentius. Auf dem Programm stand unter anderem das berühmte Orgelwerk von Johann Sebastian Bach, "Toccata con Fuga in d" in der Fassung für Akkordeon-Orchester.
Zärtlich und leise begannen die Musiker mit Arioso aus "Cantata con Stromenti" von Georg Friedrich Händel. Es war Musik, bei der die Zuhörer die Sorgen des Alltags vergaßen und sich in sie hineinversetzten. Das Werk von Händel wurde vom Orchester in seiner ganzen Schönheit eindrucksvoll präsentiert.
Starke und eindrucksvolle Klänge ertönten bei "Toccata con Fuga in d" von Bach. Es war ein musikalischer Genuss und ein außergewöhnliches Erlebnis, das das Orchester dem Publikum bot. Die hervorragende Akustik in der Vincentius-Kirche machte die Musik zu einem außergewöhnlichen Erlebnis. Es entstand eine Symbiose zwischen Zuhören und Musik. Die Klangformen waren wunderbar klar und ausdrucksstark. Weiter ging es mit den überwältigend schönen Klängen der Fuge . Die hervorragende Instrumentenbeherrschung des Orchesters verband sich mit der starken Komposition und der ausgezeichneten Akustik zu einem Ganzen. Der voluminöse Klang der Musikinstrumente überzeugte die Besucher vollends von der Virtuosität der Musiker. "Adios Nonino" von A. Piazzolla begann mit kraftvollen und lautstarken Paukenschlägen. Die Musik war voller Erregung und Leidenschaft, sie zog sich wie ein roter Faden durch den Tango. Sie forderte von den Musikern ihre ganze Aufmerksamkeit. Dann wurde die Melodie zärtlich und sanft. Es ertönten wundervolle Klänge, die von Liebe und Hingabe zeugten und das Publikum magisch anzogen. Mit einem Paukenschlag schlug die Stimmung um. Unheimlich, ja fast ängstlich erklangen die Akkorde des Tangos, um dann fordernd und voller Kraft und Energie aufzutrumpfen. Es war, als ob die Musik zwiegespalten wäre. Eine gewisse Traurigkeit und Sehnsucht, aber auch Hoffnung waren zu spüren. Starke Paukenschläge dominierten den Tango. Sanft und zärtlich wie der Sommerwind im Haar endete das Stück.
Leichte und zarte Klänge
Weiter ging es mit Symphonischen Variationen über "Innsbruck, ich muss dich lassen" von H. Boll. Das Stück wurde vom Akkordeon-Orchester großartig präsentiert. Die brillianten musikalischen Fähigkeiten der Musiker bereiteten den Zuhören ein herausragendes Erlebnis. Gleich zu Beginn bezauberten die leichten und zarten Klänge bei "La Storia" von J. de Haan die Besucher. Die Akkorde wurden düster und finster, um dann wieder stark und ausdrucksvoll zu erklingen. Der Gegensatz von mächtigen und sanften Tonfolgen machte den Reiz des Stückes aus. Zum Abschluss spielte das Akkordeon-Orchester "Lobe den Herrern, den mächtigen König der Ehren" und das Publikum sang andächtig zu den Klängen mit.
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