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13. Januar 2008 (RP)

Mit einer Prise Salz und Pfeffer

VON WOLFGANG HOPPE

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Dinslaken. Ein „Fünf-Sterne-Konzert“ gab das „1. Akkordeon-Orchester Dinslaken 1965“ am Sonntagmorgen in der voll besetzten Stadthalle. Da stimmte alles: Auswahl der Stücke, Programmzusammenstellung, zeitlicher Rahmen insgesamt und Dauer der einzelnen Vorträge, ein Handzettel mit Aufbewahrungswert und das Wichtigste : die Musik.

Bärbel Klott hat ihre 33 Musiker bestens auf das Neujahrs-Konzert eingestellt, und diese haben sich glänzend vorbereitet. Das zeigte sich sogleich zu Beginn während der Ouvertüre zu Rossinis „Barbier von Sevilla“: Sauberste Feinarbeit in einem Arrangement, das dem Original verblüffend gut angeglichen war. Ebenso glänzend interpretiert Bizets „Farandole“ mit akkuraten Läufen in den Höhen und ausgeloteter Chromatik in den tiefen Lagen. Erste Bravo-Rufe im Publikum.

 

Der „Florentiner-Marsch“ von Julius Fucik gehört seit eh und je zu den Erfolgsstücken des Genres. Er wirkt wie ein Visitenkarte mit Wiedererkennungswert. Besonders schöner Sound im Abschluss. Leichtläufig und mit Esprit dann anschließend „Unter Donner und Blitz“ von Johann Strauß. Den Abschluss des ersten Programmteils bildete ein Querschnitt aus „My Fair Lady“ von Fredrik Loewe in der meisterhaften Bearbeitung von Rudolf Würthner.


Gerne lauschte man den Melodien des Freddy („Ging die Straße schon“), der Eliza („Ich hätt’ getanzt heut’ Nacht“) und des Alfred Doolittle („Mit ‘nem kleenen Stückchen Glück“). Die raffinierten Übergänge wirkten wie eine Prise „Pfeffer und Salz“.


Mit der Verpflichtung einer Nachwuchs-Sängerin hatte man einen guten Griff getan. Die erst 20-jährige Sopranistin Linda Joan Berg hat Ausstrahlung, eine schon sehr gut geschulte Stimme und komödiantisches Talent. Das zeigte sie vor allem im Robert-Stolz-Hit: „Adieu, mein kleiner Gardeoffizier“. Im Wiener Prater ließ sie „die Bäume erblüh’n“ und der „Kaiser meiner Seele“ war so glaubhaft interpretiert, dass man ihn gerne in der Zugabe noch einmal hörte. Mit Mozarts Arie „Schon ein Mädchen von fünfzehn Jahren“ aus der Oper „Cosi fan Tutte“ gab sie ihr Bühnendebüt mit einem Orchester. Wie Barbara Driesen, die durch das Programm führte, verriet, ist Anna Netrebko das Vorbild von Linda Joan Berg. Sicher wird man von der derzeitigen Hamburger Musikstudentin noch öfter hören.


Dem Nachwuchs eine Chance gab die Akkordeon-Gemeinschaft auch nach der Pause. Jugendliche Spieler boten mit Unterstützung einiger „Großer“ sehr schön den „Colonel Bogey“, bekannt aus dem Film „Die Brücke am Kwai“ und den berühmten „Schlittschuhläufer“ von Emil Waldteufel. Dabei schienen sich die Musiker auf „schwebendem Eis“ zu befinden: Leicht und glatt erklang es im Dreivierteltakt. Nach einer Serenata im südländischen Stil und dem hochvirtuosen „Spanischen Marsch“ leitete „Valse Suzette“ zum fulminanten Finale über: Filmmusik zu „Die glorreichen Sieben“. Jubel anschließend und auch noch nach der Zugabe: „Radetzky-Marsch“.


- /WOLFGANG HOPPE

Quelle:
Verlag: Rheinische Post Verlagsgesellschaft mbH
Publikation: Rheinische Post Dinslaken
Ausgabe: Nr.12
Datum: Dienstag, den 15. Januar 2008
Seite: Nr.11

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